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Chronik

Wie die meisten Orte unserer Heimat, bekam auch Eschbach im 19. Jahrhundert seinen vaterländischen Verein. Die Mitglieder trafen sich nicht nur zu ernsten Angelegenheiten. Man wollte auch fröhliche Geselligkeit pflegen und so wurde im damaligen Reservistenverein eifrig gesungen und musiziert. Die „gedienten“ Reservisten brachten viel neues Liedgut aus dem Kasernenleben mit. Das Vereinsleben begann hier, mündlicher Überlieferung zu folge – die Aufzeichnungen wurden leider vernichtet – schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Man stellte innerhalb des Vereins eine Gesangsabteilung zusammen, kaufte Liederbücher und sang in den 70er Jahren unter dem Dirigenten Hauptlehrer Schaub bereits vierstimmig.

Im Jahre 1883 musste sich auf höhere Anordnung hin die Gesangsabteilung vom Kriegerverein trennen. Notgedrungen gründeten die Sänger ihren eigenen Verein, den Männergesangverein Eschbach. Die Gründer waren:

Andreas Ruh           Karl Lamb
Franz Ruh                Franz Josef Hiß
Hans Ruh                 Anton Isele
Lambert Bing          Karl Isele
Seraphim Weiß     

Im Jahre 1896 errichtete die Gemeinde den Kriegsteilnehmern von 1870/71 das Kriegerdenkmal in der Bahnhofstraße. Bei dessen Enthüllung wirkte der Gesangverein maßgeblich mit. Im Jahre 1900 wurde die erste Fahne erstanden und als erstes Vereinsfest die Fahnenweihe gefeiert.

Der 1. Weltkrieg von 1914/18 ließ die Lieder der Sänger verstummen. Die jungen Männer wurden eingezogen und den älteren war es nicht mehr ums Singen. Der Verein musste eine Zwangspause einlegen und verlor darüber hinaus drei Sänger, die nicht mehr aus dem Krieg zurückkehrten.

Gleich nach Kriegsende, im Jahre 1919, begann das Gesangsleben von Neuem. Sechs Jahre später, 1925, brachten die Sänger unter dem Dirigenten Hauptlehrer Gerspacher, einen ehrenvollen Preis vom Sängerwettstreit in Zähringen mit nach Eschbach. 

Im gleichen Jahr begann H. Singele das 4. Protokollbuch, das uns ab diesem Zeitpunkt einen lückenlosen Nachweis über die Geschichte des Vereins liefert. Das Buch beginnt mit einem prächtig gestalteten Titelblatt, das die Musiklyra mit dem Gründungsjahr 1883, den Namen des Vereins und das Gemeindewappen trägt.

Die nebenstehende Seite trägt den noch heute geltenden Spruch:

„Bei deutschem Lied und deutschem Wein lasst uns einig und fröhlich sein“

Neben dem Mitglieder-Verzeichnis für Aktive und Passive, der Toten-Tafel, der Vereinschronik, der Satzung und den Beschlüssen sind alle Aktivitäten des Vereins ausführlich geschildert.

1933 feierte der Verein unter dem Vorstand Hermann Lamb und Dirigent Hauptlehrer Gerspacher sein 50jähriges Stiftungsfest, verbunden mit der Weihe der neuen Fahne, die uns bis heute erhalten blieb. Die Fahne wurde für einen stolzen Preis von 530,- Mark gekauft. Das Fest fand im Garten des Löwenwirtes statt, der gleichzeitig die Bewirtung übernahm. Dafür hatte er dem Verein für jeden verkauften hl. Bier 3,50 Mark und für jeden verkauften hl. Wein 4.- Mark abzuführen. Aus dem ganzen Markgräflerland, sogar aus Freiburg und Basel waren Gastvereine angereist.

Wie überall, brachte auch hier der 2. Weltkrieg Not und Tod. Die wenigen Sänger daheim hatten meist nur noch zu Traurigen Anlässen zu singen, im Gedenken an ihre gefallenen Kameraden. Zwölf Männer fehlten, als man unter großen Schwierigkeiten 1946 mit 30 aktiven Sängern wieder mit dem Singen begann.

In den folgenden Jahren beschränkte sich der Verein hauptsächlich auf das Wirken im Heimatdorf. Daneben besuchte er die Feste nachbarlicher Vereine und fuhr bei einigen großen Ausflügen übers Land, um die weitere Heimat kennen zu lernen.

Vom 09. bis 11. August 1958 feierte man das 75jährige Stiftungsfest unter dem Vorsitzenden Hermann Lamb und dem Oberlehrer Handloser. Es war wieder ein großes Fest bei dem Abordnungen aus 34 Vereinen teilnahmen.

Der Verein bestand damals aus 31 aktiven Sängern. 

1959 legte der langjährige Vorsitzende Hermann Lamb sein Amt nieder; neuer Vorsitzender wurde Erwin Stockbauer. In den folgenden Jahren ging die Anzahl der aktiven Sänger stetig zurück. Dies hatte zur Folge, dass beim Männergesangverein die Gleichberechtigung verwirklicht wurde. Man wandelte den Männergesangverein in einen gemischten Chor, den Gesangverein Eschbach um. Mit 21 neuen Sängerinnen wurde das „starke Geschlecht“ schon zu Beginn übertroffen. Der neue Verein beteiligte sich alljährlich am Kirchenpatrozinium, Fronleichnam und gestaltete mit dem Musikverein die Weihnachtsfeier. Es wurden verschiedene Veranstaltungen durchgeführt, die die Kameradschaft in diesem verjüngten Chor fördern sollten. 1971 übernahm Willi Studinger die Leitung des Chors, nachdem der bisherige Dirigent Hermann Handloser plötzlich verstarb. Nachfolger von W. Studinger wurde 1973 Klaus Briggl, der den Chor 15 Jahre lang leitete.

Nachdem die neue Alemannenhalle fertiggestellt war, feierte der Verein vom 13. bis 16. Juni 1975 mit 2jähriger Verspätung das 90jährige Jubiläum.

Im Jahre 1978 übergab Erwin Stockbauer die Vereinsführung an Willi Studinger. Am 03.12.78 wurde die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister beantragt und dazu eine neue Satzung erstellt.

Vom 10. bis12. Juni wurde das 100jährige Jubiläum mit großem Aufwand gefeiert.

Am Freitag 10. Juni fand das Festbankett statt.

Am Samstag 11. Juni war das Konzert der Vereine angesagt. Acht Chöre gestalteten das Programm.

Der Sonntag 12. Juni stand unter dem Motto „Die Jugend tanzt, singt und musiziert“

Im Juni 1988 überließ Klaus Briggl der neuen Chorleiterin Simone Brobeil den Taktstock. Sie leitet bis heute engagiert mit viel Fachkenntnisse unseren Chor.

1992 übernahm Marlies Walz die Vereinsführung kommisarisch und übergab sie 1994 an Ursel Studinger, die die Geschicke des Vereins bis 2002 leitete.

Als Nachfolger von Ursel Studinger leitete Horst Bader bis 2012 als Vorsitzender den Gesangverein Eschbach.

Bis heute leitet ein Dreiergremium (Magdalene Vorgrimler, Jolanda Schneider und Ursula Schopferer Martin) die Geschicke des Vereins, wobei im Jahr 2016 Sabine Szuppa ihren Vorstandssitz an Ursula Schopferer Martin weitergab.

 Im Jahr 2018 wurde aus dem Dreiergremium ein „zweier Gespann“. Ursula Schopferer-Martin und Marlies Walz sind nun die aktuellen und gleichberechtigten Vorstände des Gesangvereins Eschbach.

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